Dienstag, 24 Oktober 2017 13:34

Landkreis finanziert die Müttergenesung in Waldeck-Frankenberg mit 20.000 Euro

Sie stellten gemeinsam die neue Mitarbeiterin Svenja Kretschmer (3.v.l.) im Bereich der Müttergenesung in Waldeck-Frankenberg vor: Landrat Dr. Reinhard Kubat, Elisabeth Schilling, Beate Friedrich und Klaus-Jürgen Fackiner. (Foto: Landkreis Waldeck- Frankenberg) Sie stellten gemeinsam die neue Mitarbeiterin Svenja Kretschmer (3.v.l.) im Bereich der Müttergenesung in Waldeck-Frankenberg vor: Landrat Dr. Reinhard Kubat, Elisabeth Schilling, Beate Friedrich und Klaus-Jürgen Fackiner. (Foto: Landkreis Waldeck- Frankenberg) Landkreis Waldeck-Frankenberg

 

Gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Waldeck-Frankenberg und dem Caritasverband Brilon e.V. setzt sich der Landkreis dafür ein, dass die Beratungsstelle für die Müttergenesung in Waldeck-Frankenberg erhalten bleibt. Diese Kooperation ist bundesweit einzigartig. Für die Finanzierung der Stelle einer Sozialpädagogin für diesen Bereich wird der Landkreis künftig 20.000 Euro jährlich zur Verfügung stellen.

Seit rund einem Jahr konnte die zuvor vom Diakonischen Werk Waldeck-Frankenberg getragene Stelle aus finanziellen Gründen nicht mehr aufrechterhalten werden. Nach dem Ausscheiden der ehemaligen Mitarbeiterin im Bereich der Müttergenesung wurde die Stelle zunächst nicht neu besetzt. Im Verbund mit dem Caritasverband und mit der Unterstützung des Landkreises hat sich dies jetzt geändert: die Stelle ist zum 1. August wieder mit der Mitarbeiterin Svenja Kretschmer besetzt worden.

Die Sozialpädagogin berät Mütter aber auch Väter – insbesondere dann, wenn deren Lebenssituationen durch Mehrfachbelastungen im Rahmen der Familie, im Beruf, bei finanziellen Problemen oder wegen der Pflegebedürftigkeit von Angehörigen zu Gesundheitsgefährdungen führen.

Die Beratungsstelle sieht sich als erste Anlaufstelle, bei der Familien über die mit ihrer Lebenssituation verbundenen Belastungen sprechen können. Dabei informiert sie nicht nur über das Angebot von Kuren von Müttern oder Vätern mit ihren Kindern, sondern zeigt den Eltern auch andere familiäre Hilfssysteme auf, um frühzeitig weiteren Problemen entgegenzuwirken. Seit August haben in diesem Bereich schon über 25 Beratungen stattgefunden.

„Dass wir uns als Landkreis dafür einsetzen, dass ein adäquates Beratungsangebot für in ihrer Gesundheit gefährdete Familien in Waldeck-Frankenberg bestehen bleibt, steht für uns außer Frage“, betont Landrat Dr. Reinhard Kubat. „Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Frauen- und Familiengesundheit und Stärkung der Familien.“ Dieser sei dringend notwendig, weiß die Frauenbeauftragte des Landkreises Beate Friedrich: „Viele Familien – insbesondere sozial benachteiligte oder mit allein erziehenden Elternteilen – sind zunehmend von den Herausforderungen des Alltags erschöpft.“

Das niederschwellige Angebot sei wichtig, um Familien einen Zugang zu therapeutischen und psychosozialen Maßnahmen zu ermöglichen, sind sich der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks und Diakoniepfarrer Klaus-Jürgen Fackiner sowie Elisabeth Schilling vom Caritasverband Brilon e.V. einig. „Es biete zudem einen Zugang zu wohnortnahen Unterstützungssystemen für Mütter, Väter und pflegende Angehörige und leiste so einen Beitrag zum Kindesschutz und der Erziehungsverantwortung.

Insgesamt gibt es vier Anlaufstellen im Landkreis, in denen Svenja Kretschmer erreichbar ist: nach Vereinbarung bietet sie in Korbach, Frankenberg, Bad Arolsen und Bad Wildungen entsprechende Beratung an. Zu erreichen ist sie unter E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!oder unter Tel.: 0151 – 61319189.

Die Förderung der Müttergenesung fand ihren Ursprung in 1950 mit der Gründung der Elly- Heuss-Stiftung – Deutsches Müttergenesungswerk. Elly Heuss-Knapp, die Ehefrau des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss hat die Initiative damals ins Leben gerufen, um Mütter in ihrer Gesundheit zu stärken. Die Diakonie Deutschland und der Deutsche Caritasverband sind Träger der Stiftung.(PM)

 

 

Portrait Svenja Kretschmer
Svenja Kretschmer © Landkreis Waldeck-Frankenberg

Interview mit Svenja Kretschmer: „Eltern stärken, heißt Kinder stärken“

 

Was ist die Beratungsstelle für Müttergenesung?

Svenja Kretschmer: „Bei meiner Arbeit im Bereich der Müttergenesung berate ich Mütter, aber auch Väter über Einzel- oder Mutter-Kind-Kuren – und zwar als medizinische Vorsorge, um die physische und psychische Gesundheit zu erhalten. Denn die Herausforderungen des Familienalltags können oft auch eine Belastung sein und zu Erschöpfungszuständen führen. In den Kuren können sich Mütter und Väter erholen, entspannen, Kraft schöpfen – und Techniken erlernen, um den Alltag auch künftig gut zu meistern.“

Was gehört zu Ihren zentralen Aufgaben?

Svenja Kretschmer: „Im Rahmen meiner Beratung spreche ich zunächst mit den Müttern und Vätern über ihren Alltag und die Familiensituation. Dabei ergeben sich sehr oft ganz individuelle Problemlagen und Herausforderungen – von pflegebedürftigen oder psychisch kranken Angehörigen über Großfamilien oder Familien mit beeinträchtigen Kindern bis hin zu Burnout- und Trauerfällen in den Familien. Je nach Situation beraten wir dann gemeinsam über mögliche Erholungs- und Unterstützungsangebote. Für die Mütter oder Väter bearbeite ich den Antrag für die entsprechende Kur und reiche ihn bei der Krankenkasse ein. Grundsätzlich haben Eltern alle vier Jahre einen Anspruch auf eine Kur. Bei Ablehnung der Kur durch die Krankenkasse biete ich meine Unterstützung beim Widerspruch an. Bei Bewilligung bereite ich die Elternteile inhaltlich und organisatorisch auf den in der Regel drei Wochen langen Aufenthalt vor. Im Anschluss besprechen wir gemeinsam mögliche weitere Unterstützungsmöglichkeiten.“

Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit?

Svenja Kretschmer: „Was ich an meiner Arbeit besonders schätze, ist die Vielfältigkeit der Familien und der individuelle Kontakt zu ihnen. Ich führe mit den Müttern und Vätern oft sehr persönliche Gespräche und empfinde es als Geschenk, dass diese sich mir so öffnen, dass ich für sie genau das richtige Erholungsangebot heraussuchen kann.

Selbstverständlich unterliege ich dabei der Schweigepflicht. Für mich ist es eine auch Herzensangelegenheit, Familien zu helfen und individuell zu beraten. Dabei ist oft viel Empathie und Gespür für Menschen erforderlich, denn keine Beratung ist wie die andere. Wenn es Eltern nicht gut geht, geht es auch den Kindern nicht gut. Die Eltern durch entsprechende Angebote zu unterstützen, heißt demnach auch, die Kinder zu stärken.

Daher erfüllt es mich in meiner Arbeit, wenn ich Familien dabei unterstützen kann, wieder ihr Gleichgewicht zu finden und ihre Mitte zu wahren.“

Warum haben Sie sich für eine Anstellung im Landkreis Waldeck-Frankenberg entschieden?

Svenja Kretschmer: „Ich bin selbst ein großer Familienmensch und habe im Landkreis Waldeck-Frankenberg meine Wurzeln. Nach meinem Studium und einigen beruflichen Stationen – unter anderen im Bereich der Kleinkindbetreuung, Kindertagesstätten und Familienzentren – war es daher für mich klar, dass ich wieder in die Region zurückkommen würde. Alles, was ich bisher in meinem Werdegang erlebt habe, kann ich in meine Arbeit im Bereich der Müttergenesung einfließen lassen: das selbstständige Arbeiten, Beratung und den engen Kontakt mit Menschen. Das macht diese Tätigkeit für mich so besonders.“

Interview: Landkreis Waldeck-Frankenberg

Harald Becker

Herausgeber von www.frankenberger-land.de.
Jahrgang 1971
redaktion@frankenberger-land.de

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Ohne Gewähr
Quelle: www.apothekerkammer.de

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